
ROTEL-Tours - die andere Art
des Reisens
ROTEL
- das rollende Hotel, für mich völliges Neuland.
Gut, daß ich einen Begleiter hatte, der schon viele
Touren mit diesen Bussen gemacht hatte. Es ist kein Hotel,
aber auch kein Wohnwagen und obwohl wir fast jeden Tag an
einem anderen Ort waren, konnte ich trotzdem immer im selben
Bett schlafen. ROTEL, das heißt auch auf ein wenig
Komfort verzichten, die Schlafkabinen haben nur die Maße
60x80x200 cm, aber schon in der ersten Nacht, wie auch in
allen folgenden habe ich prächtig geschlafen.
Der
Reisebus
Der Bus mit dem wir unterwegs sein sollten, war eigentlich
kein Reisebus im herkömmlichen Sinn. Das Fahrgestell
stammt von einem allradgetriebenen Mercedes Lkw mit ganz
normalem Füherhaus. Die Reisegäste sitzen in einem
speziell gefertigten Aufbau, wo normalerweise die Ladefläche
oder der Container des Lkw ist. Der Bus ist erstaunlich
bequem, obwohl es weder verstellbare Sitze noch Klimaanlage
gibt. Dafür sind Schiebefenster eingebaut und die Sitze
sind so hoch, daß man gut die Füße unter
dem des Vordermannes ausstecken kann.
Die Schlafkabinen
Die Schlafkabinen sind im Anhänger untergebracht,
bei dem sich eine komplette Seitenwand öffnen läßt.
Damit wird der Raum vor den Schlafkabinen recht gräumig.
Alle packen da mit an und so ist der Schlafwagen in höchstens
10 Minuten fertig aufgebaut. Dabei wird die rechte Außenwand
je zur Hälfte nach oben und unten ausgeklappt. Die
obere Hälfte bildet das Dach des Vorraums, die untere
Hälfte den Fußboden. Der so entstandene Raum
wird durch dicke Planen verschlossen, die auch dem stärksten
Regen standhalten. In diesem Vorraum kann dann jeder seine
Tasche abstellen und an den Stangen im Dach die Kleidung
aufhängen.
Bei
den Schlafkabinen sind jeweils drei übereinander. Zu
den Schlafkabinen gelangt man vom großen Vorraum zunächst
in einen kleinen Bereich direkt vor den Kabinen, der durch
einen dicken Vorhang von Vorraum abgetrennnt wird. Jede
einzelne Kabine ist durch einen weiteren Vorhang sichtgeschützt.
Da gibt es neben Matraze, Decke und Kopfkissen natürlich
Licht, Gepäcknetz, Fenster mit Vorhang und Moskitonetz
und diverse Hacken an denen man dann zusätzlich eine
Wäscheleine oder anderes befestigen kann. Ich persönlich
habe herrlich in der Kabine geschlafen. Wenn einer in der
Gruppe schnarcht, hört man das natürlich, weil
die Kabinen nur durch dünne Sperrholzplatten voneinander
getrennt sind.
Die Küche
Die
Küche ist an der Rückseite des Schlafwagens eingerichtet.
Die komplette Rückwand des Busses läßt sich
öffnen und dahinter verbirgt sich eine ganze Großküche.
Man glaubt garnicht, wie gut die Gerichte schmeckten, die
unser Fahrer, der Gerhard, so gekocht hat. Während
wir auf Besichtigungstour waren, hat der am Markt oder in
Geschäften die Zutaten gekauft und gekocht. An einem
Tag wollten die weiblichen Mitreisenden unseren Fahrer entlasten
und boten an, für alle zu kochen. Der Versuch war lobenswert,
aber geschmeckt hat´s nicht. Kein Wunder, Gerhard
weiß welche Mengen er braucht und wie er für
40 Leute würzen muß, daß es schmeckt, wer
aber in der Regel nur für ein bis vier Personen kocht,
hat für solche Mengen kein Gespür.
Das Reisezubehör
- was man bei Rotel-Reisen dabei haben sollte
Eingefleischte ROTEL-Fahrer wissen natürlich, was
man auf so einer Tour im geländegängigen, allradgetriebenen
Bus alles braucht. Eine Wasserflasche, um sich morgens Tee
für den Tag abzufüllen. Hosengummis, damit man
im Bus und der Schlafkabine eine Habseligkeiten befestigen
kann. Taschenlampe, Messer, Block und Bleistift, Klebeband
und und und. Eine Menge Kleinigkeiten, die das Leben leichter
machen. Es geht natürlich auch ohne die 'Überlebensausrüstung',
aber eben nicht so angenehm.
Nicht
zu vergessen natürlich die Kleidung. Der Iran ist muslimisch,
also kleidet man sich, wie es die Einheimischen tun, was
sowieso verlangt wird. Die Männer tragen lange Hosen
und längärmlige Hemden, Sandalen sind in Ordnung,
aber bitte mit Socken. Die Damen haben es da viel schwerer,
zwar sind die Vorschriften nicht so streng wie jetzt in
Afgahnistan oder Saudi Arabien, aber langer Mantel mit Kopftuch
oder ein Tschador (großer Umhang) müssen es schon
sein. Der Gesichtsschleier ist überflüssig.
Ganz wichtig, die Fotoausrüstung. Nochmal alles sorgfältig
überprüfen und mindestens einen Film pro Tag einplanen.
Die Vorbereitungen waren also abgeschlossen und es konnte
losgehen.
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