
15.
Tag: Tus - Ferdowsi und Raschid
- Startort: Mashad
- Route über: Tus, Cenaran, Qucan, Sirvan
- Zielort: Bognurd
- Besichtigungen: Mausoleum von Firdowsi, Ziegelgrabmal Haroonieh,
Imamzadeh von Sultan Ibrahim, Baba Eman Garten
- Fahrstrecke: 283 km
Persiens berühmtester Dichter liegt in Tus
Abfahrt um 8:30 Uhr, eigentlich recht spät wenn man
den Schnitt der Reise nimmt. Zunächst besuchten wir
das Mausoleum von Firdowsi in Tus. Tus ist eine alte Ruinenstadt,
die etwa im 6. Jh. n. Chr. gegründet, im 15. Jh. aber
aufgegeben wurde. Es sind noch viele gut erhaltene Lehmbauten,
die Stadtmauer und die Zitadelle aus dem 9 Jh. zu sehen.
Wir wollten aber zu Ferdowsi, dessen Mausoleum nicht weit
von den Ruinen entfernt liegt. Mitten in einem vor Grün
nur so strozendem Park liegt der Grabbau, der 1943 errichtet
wurde. Der 932 geborene Firdowsi, mit ganzem Namen Abol
Qasim Mansur Firdowsi, war der berühmteste Dichter
Periens. Mehr als 30 Jahre schrieb er am Buch der Könige,
der Shahnameh, in der er in über 50.000 Fersen die
Sagen und geschichtlichen Ereignisse von den Anfängen
bis zur Eroberung Persiens durch die Araber beschrieb. Seit
dem Tod von Firdowsi wurde das Werk in viele, auch europäische
Sprachen übersetzt. Das Grabmal wurde anläßlich
seines 1.000 Geburtstages erbaut und besteht im wesentlichen
aus einem würfelförmigen Bau. An den Seiten wurden
Scheintüren eingefügt und die Ecken mit achämenidischen
Säulen verziert. In der unterirdischen reich mit Illustrationen
aus der Shahnameh verzierten Grabkammer des Marmorgebäudes
steht der Sarkophag. Im Park selbst wird der Dichter mit
einer Statue, die ihn sitzend darstellt geehrt.
Die Haroonieh
Im alten Tus kann ein weiteres altes Bauwerk besichtigt
werden, die Haroonieh. Der Legende nach soll es sich um
das Grabmal von Harun al_Rashid handeln, sicher ist das
jedoch nicht. Der Form nach könnte es auch eine Moschee
sein, die Literatur geht aber davon aus, daß es das
Grabmal des Philosophen und Sufimystikers al-Ghazzali ist,
der von 1058 bis 1111 in Tus lebte. Das ausschließlich
architektonisch geschmückte Gebäude weist keinerlei
Inschriften auf. Daher ist die Datierung auch so schwierig.
Obwohl keine bunten Kacheln oder sonstige Verzierungen an
dem Grabmal sind, ist es den Baumeistern durch geschicktes
Kombinieren von Nischen, Tromben, Ecken und Kanten gelungen
eine äußerst interessantes Baudenkmal zu schaffen.
Fortsetzung folgt
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